Der Ort Bischoffingen

 wird im Jahre 1008 erstmals urkundlich erwähnt. Wie der so nicht ursprüngliche Ortsname andeutet, war dieses Dorf u.a. Besitztum des Bischofs Ortlieb von Basel.

Nach wechselvollen Schicksalen unter allerlei Pfandherrschaften kam das Dorf in der ersten Hälfte des 15. Jhdts. an die Markgrafschaft Baden und nahm – als die Reformation in Baden-Durlach durchdrang – die lutherische Konfession an:

Am 1. Juni 1556 wurde Bischoffingen unter dem Markgrafen Karl II evangelisch.

In den Nöten des 30-jährigen Krieges wurde das Dorf völlig verlassen.

Bei der Wiederbesiedelung, die sich in den Kirchenbüchern lückenlos verfolgen lässt, kehrte nur ein ganz kleiner Teil der alteingesessenen Bevölkerung wieder zurück. Deren direkte Nachkommen sind allerdings längst wieder aus Bischoffingen verschwunden.

Die heutige Bevölkerung besteht fast nur aus Nachkommen späterer Einwanderer.

Das älteste Kirchenbuch beginnt mit dem Eintrag:

„Kirchenbuch, allhie zu Bischoffingen angefangen, als nach vielfältigen Fluchten wegen den im Land hin und herziehenden und streifenden Soldaten als Feind und Freundts und ausgestandenen großen und unsäglichen Jammer und Elendt die dem Schwerdt, Hunger und Post und anderen schröcklichen Nöten Entrunnenen und noch übriggebliebenen des Lands Einwohner wiederum ihre Häuslein und Hüttlein gesucht und darin angefangen zu wohnen, von Frederico Birklin, Pfarrer in dieser löblichen hachbergischen Markgrafschaft Anno Virginis Partus 1642.“

Die eigentliche Wiederbesiedelung geschah durch Einwanderung aus der Fremde, deren erster und stärkster Strom aus der Schweiz kam; namentlich aus Berner, Züricher und Basler Gebiet – also aus evangelischen Kantonen.

An die Schweizer Einwanderung schließt sich eine solche aus deutschen Gebieten an, die sich vor allem im 18. Jhdt. vollzog. Von den heutigen Bewohnern des Dorfes tragen sehr viele noch die Namen von jenen Einwanderern aus der Schweiz.

Heute zählt der Ort ca.630 Einwohner. Auf ca. 170 ha Rebfläche wird von Bischoffinger Winzern mit großer Sorgfalt ein Wein angebaut, der weit über die Grenzen von Baden hinaus bekannt ist – der aber auch das wirtschaftliche Schicksal des Dorfes immer noch mitbestimmt.

Über den Weinbau des Ortes gibt Ihnen der „Weinlehrpfad“ – vom Friedhof ausgehend – genaue Auskunft.