aus dem

Brief an die Gemeinden

St. Jakobus Bickensohl

und

St. Laurentius Bischoffingen

zum Erntedankfest und

zum Ende des Kirchenjashres

2017

 


“DU hast den Menschen wenigniedriger gemacht als Gott,

mit Ehre und Herrlichkeit hast DU ihn gekrönt. 

DU hast ihn zum Herrn gemacht über Deiner Hände Werk,

alles hast DU unter seine Füße getan…”

(Psalm 8:6f)

Es ist faszinierend, was wir Menschen alles zustande bringen - und zugleich ist es auch beängstigend, denn wir scheinen es nicht unbedingt zu beherrschen.  Wir prägen dieser Erde immer mehr unseren bleibenden “Stempel” auf—und zugleich sind unsere persönlichen Lebensjahre von höchst flüchtiger Dauer. Wir erobern das unermessliche Weltall  — und zugleich sind wir den Naturgewalten auf der Erde hilflos ausgeliefert. Wir legen großen Wert auf den Unterrschied zum Tierreich—und zugleich benehmen wir uns triebhaft und “tierisch” jenseits von Vernunft und Verstand. Wir betrachten uns wie  allmächtige  Götter—und wissen zugleich , dass wir letztlich ohnmächtige Menschen sind.

Von diesem Zwíespalt hin- und hergerissen versuchen wir unser Leben zusammen zu halten und auf die Reihe zu bringen. Und wenn wir uns manchmal den scheinbar unnötigen Luxus erlauben, in Ruhe über uns nachzudenken, dann stellt sich die Frage: Wer sind wir Menschen eigentlich?

Die Antwort, die wir täglich auf diese Frage geben, lautet: Wir sind Produzenten und Konsumenten, Hersteller und Verbraucher. Wie die Welt im ganzen, so ist auch das Leben des einzelnen von der “Wirtschaft” geprägt.  An wirtschaftlichen Vorgängen teilzuhaben, macht für uns fast noch den alleinigen Wert des menschlichen Lebens aus.  Arbeitslosigkeit ist nur für Faule ein Glück. Etwas zu leisten und sich etwas leisten zu können—daraus besteht unser persönliches Selbstwertgefühl und unser Ansehen im gesellschaftlichen Leben.

Dieses Bild vom aktiven, tätigen Menschen hat sich mit dem “technischen Fortschritt” immer mehr verfestigt—und kennt als einzigen “Wert” fast nur noch den Nutzen, den man von etwas—und auch von einem Menschen? - hat. “Wertigkeit” meint Nützlichkeit. Was darüber  nahezu vergessen oder verdrängt wird, weil es nicht in unser Selbstbildnis passt: Auch als Produzenten und Konsumenten sind wir nur Verwalter. Wir verwalten, was keiner in diese Welt gebracht hat, sondern wir als etwas Gewachsenes und Gegebenes vorfinden. Und ein Verwalter ist dem, der ihn zur Verrwaltung eingesetzt hat, Rechenschaft und Verantwortung schuldig. Hierauf liegt auch der Akzent des biblischen Verständnisses vom tätigen Menschen auf dieser Erde: Er ist seinem Schöpfer Rechenschaft schuldig. Denn die ganze Schöpfung und damit auch diese Erde ist “des Herrn” , ist das “Werk seiner Hände”. Ein Mensch sich dessen bewusst, weiß damit auch: “Ich bin ein Gast auf Erden“ (Ps 119,19) - und lebe von der Gastfreundschaft Gottes.  

Die irdischen Güter zu verwalten und Gast auf Erden zu sein—lässt aber nicht nur berechtigt nach dem Nutzen fragen, sondern stellt zugleich in die Verantwortung und mahnt zur Dankbarkeit—und wehrt maßlos gefräßigen Ansprüchen, welche in die Ausbeutung von Menschen und Resourcen treiben —und damit in die Erschöpfung. Verantwortung und Dankbarkeit sind das nötige Gegengewicht, dass etwas nicht “umkippt” - setzt aber voraus, dass ich mein Leben vor dem Angesicht Gottes führe. Fällt dies weg, ist nahezu alles erlaubt, was mir nützt.

Christen haben ein anderes Lebensverständnis. Sie wissen sich eingesetzt zur Verwaltung der irdischen Güter und wissen darum auch um die Verantwortung, die sie dabei füreinandner haben – vor Gott.

 

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Industrie 4.0

           Ohne Computer und Internet gehts nicht mehr. Schon gar nicht in der Wirtschaft. Und auch für die privaten Haushalte ist ein noch schnelleres Internet im Kommen. Denn die Datenmenge wird zunehmend größer. - wenn man nur sieht, wieviel Bilder mit dem Smartphone so gemacht und dann natürlich an Freunde verschickt und auf Facebook gepostet werden…

„Die industrielle Produktion soll mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik verzahnt werden. Technische Grundlage hierfür sind intelligente und digital vernetzte Systeme. Mit ihrer Hilfe soll eine weitestgehend selbstorganisierte Produktion möglich werden: Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren in der Industrie 4.0 direkt miteinander.“ So steht es in Wikipedia, Artikel „Industrie 4.0“ - und alles soll schon „berufsvorberei-tend“ in der Schule - oder schon im Kindergarten? - beginnen...

...und färbt ab auf den Menschen, wie er sich selber versteht: als einen „digitalen Datenhaufen“, den es allerdings real, also gegenständlich, „begreifbar“ gar nicht gibt, sondern nur „virtuell“; also „energetisch“ „simuliert“; was auch unser Verständnis von „Wirklichkeit“ immer mehr ins Schwimmen bringt - und uns geistig und psychisch immer mehr  verwirrt? Denn die virtuelle Datenwelt bestimmt die reale Welt immer mehr!! Zu sehen an den vielen Menschen, die mit Smartphone in der Hand und mit Scheuklappen im Blick durch die Gegend laufen; und das alles macht auch vor Kirche(n) nicht Halt - und wird unausweichlich zu einer bis jetzt noch kaum vorstellbaren (theologischen) Herausforderung. Es sei denn, wir schwimmen auch hier gedankenlos und bedenkenlos mit im Trend der Zeit…

...nur soll ja keiner auf die Idee kommen, den Stecker zu ziehen oder gar irgendwie den Strom abzustellen, denn dann gehen nicht mehr  nur die Lichter aus...

 

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Auch der häufig erwähnte „demographische Wandel“ ist ein Ergebnis des technischen bzw. medizinischen Fortschritts und zeigt dessen Zwiespältigkeit in aller Deutlichkeit.  Noch mehr zugespitzt: Unsere Erfolge werden zunehmend zu unseren Problemen - die wir wiederum versuchen, erfolgreich zu meistern.  Besonders mit Hilfe der Medizin. Denn alt werden wollen wir schon - aber eben nicht alt sein. Und wenn es geht, dann wollen wir auch im Alter noch selbstbestimmt leben - und auch sterben. Das hochgepriesene Recht auf Selbstbestimmung meldet sich schließlich auch in passiver oder gar aktiver Sterbehilfe zu Wort.

Was sich für uns selbstbewusste Menschen inzwischen fast vertraut anhört, das nannte 1998 der Präsident der Bundesärztekammer, Karsten Vilmar, ein „sozialverträgliches Frühableben“, als er die Sparpläne der neuen Bundesregierung kritisieren wollte - und wurde schwer gerügt. Heute hingegen ist es gar nicht mehr weit zu einem „guten Tod“ oder zur „guten Tötung“, mit einem anderen Wort: „Euthanasie“. Das war vormals zwar ein Euphemismus, ein „Schönreden“  bzw. ein Zynismus - aber so manches aus jener Zeit scheint des Vergessens wegen wieder hof- oder sprachfähig zu werden. Vielleicht auch bald wieder „lebensunwertes Leben“?

Denn eine alternde Gesellschaft ist nicht nur ein volkswirtschaftliches, sondern auch ein menschliches  Problem. Und wenn nicht so viele Frauen und auch Männer aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern - ihrer Not wegen! - bei uns die Not vieler älteren Menschen zuhause oftmals durch ein „Rund-um-die-Uhr-Job“ lindern würden, wäre so manche „Altersarmut“ auf noch andere Weise gegeben. Dieses Verdienst gebührt auch jenen Frauen und Männern, welche in den Pflegeheimen oder ambulant einen oftmals gar nicht so gut bezahlten Dienst tun.

Gerade im Alter zeigt sich darum, was auch sonst im „aktiven“ Leben gilt: Wir leben bis zuletzt von liebevoller und hilfreicher  Zuwendung. Mit einem anderen Wort: von Gnade

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7. Ökumenisches Männervesper

am  27. Oktober um 19.30 Uhr

im Weingut Göring, Amthofstr. 2  in Bischoffingen

Als Israel den Jordan überschreitet um Einzug zu halten ins verheißene Land, da werden aus dem Fluss Steine mitgenommen - im Gedenken an dieses bedeutende Ereignis. Und wenn die Nachkommen dann fragen:

„Was bedeuten diese Steine?“ (Jos 4,6), dann sollen die Nachkommen erfahren, was es damit zu tun hat. Aber ist die Geschichte der Eltern überhaupt noch wichtig für die Kinder?? - vor allem in einer Zeit, in der doch jeder seine eigene Geschichte hat! Was geht mich die Vergangenheit an...

Zu dieser brisanten Frage möchten wir alle interessierten Männer einladen! In einem lockeren Rahmen gibt es wie bisher nicht nur ein gutes Vesper, sondern auch den gemeinsamen Austausch und ein offenes Gespräch zur Frage, ob auch wir Zeichen oder Dinge haben, die Teil unserer Identität sind.

Bitte rechtzeitig anmelden, damit für das Vesper gut geplant werden kann! Anmeldung bei
Werner Häfele (Tel. 6779) bzw. Peter Galli ( Tel. 935563)

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Lesung

Martin Luther: „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ :

Teil 1 am Reformationstag, Dienstag, 31. Oktober

Teil 2 an Allerheiligen, Mittwoch, 01. November

jeweils 19.30 Uhr in der Bischoffinger Kirche St. Laurentius.

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Konzerte

Am 31. Oktober / Reformationstag: Konzert des

Gesangvereins in der Kirche zu Bickensohl um 17 Uhr

Am 26 Nov. /Ewigkeitssonntag: Orgelkonzert mit der Organistin Frau Keil und Lesungen in der Kirche zu Bischoffingen um 17 Uhr.

 

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Kindergottesdienst in den Evang. Kirchengemeinden Bickensohl und Bischoffingen

Liebe Kinder,
der Kindergottesdienst und die Familiengottesdienste 2017
finden in den beiden Kirchengemeinden wie folgt statt:

15. Okt.10:00 UhrBischoffingen / Erntedank

05. Nov.10.15 UhrBischoffingen

12. Nov.11.00 UhrBickensohl / Familiengottesdienst

19. Nov.10:15 UhrBickensohl / Vorstellung Krippenspiel

...weitere Termine folgen.