aus dem

Brief an die Gemeinden

St. Jakobus Bickensohl

und

St. Laurentius Bischoffingen

zu Himmelfahrt Pfingsten Trinitatis

2018

 


„Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist,

sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind;

Denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt.“

(1 Joh 4,1)

           Christen sind gerade keine  leichtgläubigen, sondern höchst kritische und also durchaus nachdenkliche Menschen. Gerade weil es bei ihnen vor allem um den Glauben, um das Vertrauen geht, dürfen gerade sie am allerwenigsten glauben, was man ihnen vorsetzt. Überhaupt wird zu viel nachgeplappert - und zu wenig nachdacht. Zu viel gedankenlos übernommen - anstatt sorgfältig geprüft. Denn wem oder was ich Glauben schenke, also worauf ich vertraue, das bestimmt mich, das regiert - meinen Geist. Der „ungläubiger Thomas“ hatte guten Grund, anhand der Nägelmale und Seitenwunde zu prüfen, was ihm die andern da so Unglaubliches erzählen: Dass der Gekreuzigte lebe und ihnen erschienen sei.

  Denn was da überhaupt alles durch die Lande und Köpfe der Menschen geistert und von was alles sie so begeistert sind - kann man oftmals wirklich nur völlig entgeistert zur Kenntnis nehmen.  Meist haben die Angebote auch noch prophetischen Charakter und machen mit klugen Worten große Hoffnungen. Oder es werden mit  plumpen Worten düstere Befürchtungen  an die Wand gemalt - was eben alles nur zu glauben ist. Hinzu kommt die betäubende Dauerberieselung aus Radio und Fernsehen, was auf Dauer das Nachdenken abstumpfen lässt. Denn das alles nistet sich ein in unsere Köpfe und Herzen und bestimmt unbemerkt unser alltägliches Denken und Verhalten. 

Hinzu kommt jener Geist des Materialismus, der uns vor allem aus einer Flut von Waren anspricht, die wir angeblich alle haben müssen - und der doch nur diese Erde samt den Meeren gierig ausbeuten und verhängnisvoll zumüllen lässt.

Was für ein Geist oder welche Geister sind da am Werk?? Welche Mächte und Kräfte, welche „Energien“ bestimmen da über unser angeblich „autonomes“ Leben?? Welchen Göttern oder Göttinnen huldigen wir da und erwarten von ihnen Heilung und Heil ? ?

           Christen müssen sich diesen Fragen kritisch stellen - denn gerade sie sollen prüfen, ob solche oder welche Geister von Gott sind - ob sie also dem Heiligen Geist, dem Geist Gottes entsprechen. Aber anhand von was prüfen, unterscheiden, entscheiden?

Hierzu lässt sich wenigstens so viel sagen: Der Heilige Geist, wie ihn die Bibel bezeugt, ist ein Geist der Wahrheit und Klarheit - und nicht der Lüge bzw. listigen Täuschung. Und seine Wahrheit zeigt sich auch in einem wahrhaftigen und aufrichtigen menschlichen Umgang miteinander.  - Der Geist Gottes, wie ihn die Bibel bezeugt, führt Menschen zusammen - und bringt sie nicht auseinander; er verbindet - auch Wunden, und zertrennt nicht - aufgrund menschlicher Unterschiede. Davon vorbildhaft zu zeugen ist die Kirche in der Gesellschaft beauftragt. - Und der Heilige Geist, der Geist Gottes, weist unsere zerrissene Zeit auf die alle und alles einende Mitte hin: Jesus, der Christus, der mit dem Geist Gottes Gesalbte - „König der Könige“. Dieser ganz andere und neue Mensch, aus dem ein ganz anderer und neuer Geist spricht und hervorgeht - und in dem, der sich ihm anvertraut, einen ganz anderen und neuen Geist zeugt. 

Doch weil wir alltäglich im Kampfgebiet der verschiedensten Geister leben, gilt es immer zuerst uns selbst zu prüfen, welchem Geist wir Glauben schenken und Raum geben - und dabei zu bitten wie seit Anfang der Kirche: „Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe.“

 

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Es stimmt: Die „Trinität“ bzw. die „Dreieinigkeit“ oder „Dreifaltigkeit“ Gottes kommt in der Bibel bzw. im Neuen Testament direkt nicht vor - und ist darum „unbiblisch“? Wie auch das Apostolische Glaubensbekenntnis, in das wir jeden Sonntag im Gottesdienst einstimmen und das alle Christen auf der ganzen Erde miteinander verbindet?

Dieses Glaubensbekenntnis gibt eine kurze und bündige Antwort auf die Frage: An welchen Gott glaubst du eigentlich? Dabei wird vorausgesetzt, dass es durchaus verschiedene „Götter“ gibt, an die man glauben kann (vgl. 1 Kor 8,5). Die Antwort, welche das Glaubensbekenntnis gibt, ist das Bekenntnis zu dem Gott, der uns als der EINE in dreifacher Weise begegnet:

ER ist als Schöpfer dieser Welt völlig unabhängig und außerhalb von ihr: „Vater“. Diese Schöpfung ist sein Werk - hervorgegangen aus seinem schöpferischen Wort. Zwischen Schöpfer und Schöpfung ist ein unüberbrückbarer Unterschied.

ER ist der „Sohn“; geboren aus dem Vater (was doch sonst nur eine Mutter tut!) vor aller Zeit - und erschienen als Mensch zu einer bestimmten Zeit mit einer historischen Oberfläche - um seine verirrte Schöpfung zu sich heimzusuchen.

Und ER ist im „Heiligen Geist“ zu jederzeit und an jedem Ort  seiner Schöpfung gegenwärtig, durchdringt und erhält alles - auch seine „Auserwählten“ - ohne damit identisch zu sein.

Das nach geistigen und geistlichen Auseinandersetzungen und Abgrenzungen anfangs des 4. Jhdts entstandene Bekenntnis zur „Trinität Gottes“ will gerade das menschlich unfassliche Geheimnis Gottes wahren und gleicht durchaus der „Quadratur des Kreises“. Deshalb sind alle kirchlichen Lehraussagen durchaus notwendige, und doch immer nur vorläufige Aussagen des Glaubens und also Stückwerk unserer begrenzten Erkenntnis - und werden bei der Vollendung der Zeiten im Schauen und im Loben Gottes aufgehoben.

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Bischoffinger Hildegard-Tage

20. – 22. Juli 2018

 

20. Juli 2018 Denn aus der Liebe

ist die Schöpfung hervorgegangen…“

Vortrag

Pfr. Werner Häfele, Referent

Ev. Kirche St. Laurentius Bischoffingen


21. Juli 2018  Vision

Ein Film von Margarethe von Trotta

Foyer der Festhalle Bischoffingen.

 

22. Juli 2018 O vis aeternitatis

Lieder und Texte der Hlg. Hildegard von Bingen

Annekathrin Keil, Sopran

Werner Häfele, Texte

Ev. Kirche St. Laurentius Bischoffingen

 

Beginn jeweils 19.30 Uhr

Eintritt frei – Spenden erbeten

Veranstalter: Bildungswerk Vogtsburg

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„Lob sei der Dreieinigkeit!

Sie ist Klang und Leben,

Schöpferin des Alls, Lebensquell von allem,

Lob der Engelscharen,

wunderbarer Glanz all des Geheimen,

das den Menschen unbekannt,

und in allem ist sie Leben.“

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Was Lukas da in seiner Apostelgeschichte (2,1ff) schreibt, ist eine recht windige und feurige Sache - allerdings im besten Sinne des Wortes. Aber man merkt: Er kriegt nicht so richtig  auf die Reihe, zu bezeugen, was da am Pfingstfest/dem jüdischen Wochenfest geschehen ist.  

           Aber wie könnte er auch! Haben Sie schon mal versucht, „Geist“ zu fassen. Das kann man nur, wenn man seine „Auswirkungen“ betrachtet - und an den Auswirkungen erkennt man eben höchst verschiedene Geister, die am Werke, am Wirken sind - in der Welt. Und wohl auch in der Kirche.

Und was sind die Auswirkungen des Heiligen Geistes, des Geistes Gottes bei den Jüngern Jesu?  Erfüllt von der Kraft Gottes kommen sie aus dem Haus, in das sie sich verkrochen haben, treten an die Öffentlichkeit und fangen freimütig an zu reden von den „großen Taten Gottes“ - was sie ohne die „Kraft Gottes“ nicht hätten tun können. Denn dazu fehlte ihnen bisher der Mut. - Und was sind die Auswirkungen bei den Menschen? Diese sind recht zwiespältiger Art:  Während die einen sich darüber verwundern, dass sie diese Männer aus  Galiläa in ihrer je eigenen Sprache hören - ein Hörwunder? -, fangen andere an zu spotten und halten die Jünger nicht erfüllt mit dem Heiligen Geist, sondern mit dem Geist des Weines.

Daraufhin versucht Petrus genau das zu korrigieren und beginnt eine laaaange Predigt. Und auch diese hat ihre Auswirkungen: Auf die anschließende Frage der Menschen, was sie denn nun tun sollen, ruft sie Petrus zur Umkehr und zur Taufe auf. Aber auch jetzt gibt es welche, die sein Wort nicht annehmen. Die es jedoch annehmen und sich taufen lassen als Zeichen dafür, dass für sie jetzt ein neues Leben beginnt, bilden die erste juden-christliche Gemeinde in Jerusalem.

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Bis Mitte September bin ich ein Auslaufmodell - nach über 32 Jahren Pfarrer im Kaiserstuhl. Ein laaanger „Tag“ mit kurzen Unterbrechungen. Dass  dieser „Tag“ so lange wird, hätte ich vor allem am „Tagesanfang“ nicht gedacht, zumal es besonders in jener Zeit vor allem darum ging herauszufinden: Wie kann man denn miteinander geschirren und den Acker bestellen.  Durch Erfahrung lernte man sich gegenseitig kennen - und auch korrigieren. Sowohl die örtliche wie auch die kirchliche Landschaft war noch einigermaßen überschaubar; nicht so „bunt und vielfältig“, worauf wir heute so stolz sind - obwohl es einem bisweilen schon „zu bunt“ werden könnte.

Inzwischen ist „Kirche“ „etwas“ unter vielem. Der Verlust ihrer bisherigen Bedeutung muss vor allem durch „Öffentlichkeitsarbeit“ ausgleichen werden, um auf sich aufmerksam zu machen und „präsent“ zu sein.  Hierzu sind fast nur „Events“ geeignet - doch genau diese lassen wiederum das „Gewöhnliche“  und Kontinuierliche in den Hintergrund treten und entwerten es -  und zum „Gewöhnlichen“ gehört der Gottesdienst am Sonntagmorgen. 

Auch der veränderten kirchlichen Situation wegen umwirbt die badische Landeskirche die kommende Pfarrergeneration mit dem Berufsbild  „Managerposaunenhirte“. „Hirte“, „Pastor“  allein genügt nicht mehr. Es geht um Management und Moderation. Theologisches Nachdenken - und damit auch eine theologisch durchdachte Predigt - tritt in den Hintergrund und ökonomische Parameter in den Vordergrund. Denn erst recht im Zeitalter der digitalen Erfassung regiert die Zahl und die Statistik und sagt, ob etwas effektiv oder effizient genug ist - und verdrängt das „Wort“. Die Zahl scheint als ein objektiver Wert mehr zu sagen. Das unmittelbar Menschliche und Geistliche hingegen lässt sich kaum exakt dokumentieren und erst nicht evaluieren.   Es ist im Fluss - und bleibt offen. Auf Gottes Urteil hin.

Effektivität verspricht auch in der Kirche vor allem die Konzentration auf große Einheiten, deren „Hirten“ laut und unüberhörbar sein müssen wie eine Posaune. Schließlich steht man in Konkurrenz zu immer mehr anderen Tönen und Instrumenten, welche ebenfalls die Aufmerksamkeit der Menschen erheischen.

           Und auch auf dem Lande ist die kirchliche Landschaft erfasst von dem Rad der Zeit, das sich zunehmend schneller dreht.
Veränderungen
jeder Art finden innerhalb kürzerer Zeitspannen statt - und haben eine kürzere Halbwertszeit und damit eine schnellere Entwertung; wie in der Konsumwelt - darum die Suche nach bleibenden  „Werten“. - Ob wir in diesem Hamsterrad mithalten können oder einen individuellen oder kollektiven „Burnout“ erleiden, ob wir „die Welt gewinnen und an unserer Seele Schaden nehmen“, steht noch aus, wird aber spürbar bedrängen. Zwar hat man manchmal den Eindruck, gerade die Kirchen wollen ja nicht „rückständig“, sondern besonders aufgeschlossen, zeitgemäß und aktiv erscheinen - aber damit sind sie selber Teil der Unruhe unserer Zeit und können für den rastlos abgehetzten und überreizten Menschen kein Raum der Ruhe mehr sein - und hinweisen auf den, bei dem man Ruhe findet für die Seele. Bestenfalls die Stille in den Kirchen erinnert noch an diese verblasste Wirklichkeit.

Weil die einzelnen Kirchen wie in ganz Europa auch in Deutschland an Bedeutung und Einfluss verlieren, ist es unausweichlich, so weit wie möglich ökum. zusammenzurücken und manchen konfessionellen Graben zu überwinden. Und zugleich wird das bewusst und unaufdringlich gelebte Zeugnis des einzelnen Christen in der Nachfolge Jesu umso wichtiger - begleitet vom täglich bedachten Zeugnis der Bibel samt priesterlicher Fürbitte - auch in wohltuender Unterscheidung zu manchen gesellschaftlichen Eintagsfliegen und zeitgeistigen Blähungen .


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DAS    SOM M ERFES T     DER
KI ND ERGÄR T EN

- in Bischoffingen am Sonntag, den 1. Juli um 14 Uhr unter dem Motto : „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat.“

- in Bickensohl am Sonntag, den 8. Juli um 14 Uhr unter dem Motto: „Wir sind Kinder einer Erde“.

- Unsere beiden Kindergärten sind schon für das nächsten
Kindergartenjahr 2018/19
voll belegt! Für den Kindergarten in Bickensohl suchen wir zum neuen Kindergartenjahr eine 100% Stelle!  

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Den für Bickensohl und Bischoffingen gemeinsamen

Schulanfängergottesdienst

feiern wir am

Sonntag, 22. Juli 2017 um 11 Uhr in der Kirche zu Bischoffingen

Schulanfänger aus dem Kindergarten Bischoffingen sind:

Theresa Hakes, Finja Kunert, Frida Fischer, Leonie Schmid

Schulanfänger aus dem Kindergarten Bickensohl sind:

Klara Buchert, Marie Glyckherr,  Moritz Gut, Raphaela Reh

 

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Bickensohler Kindertage 2018

Vom Donnerstag 26. bis Samstag 28. Juli 2018 finden wieder die Bickensohler Kindertage, täglich von 9 bis 18 Uhr statt.
Teilnehmen dürfen Schülerinnen und Schüler (keine
Schulanfänger) von 6 bis 13 Jahren.

Die Anmeldungen werden in der Grundschule verteilt.
Nähere Infos entnehmen Sie bitte dem Ferienprogramm oder dem Nachrichtenblatt.

 

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Die Einladung

Es interessiert mich nicht, womit du dein Geld verdienst.

Ich möchte wissen,

wonach du innerlich rufst und ob du zu träumen wagst,

der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.

Ich will wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um deiner Liebe willen.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadranten zu deinem Mond stehen.

Ich will wissen, ob du mit dem Schmerz dasitzen kannst,

ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern.

Ich will wissen, ob du mit der Freude da sein kannst,

ob du tanzen und dich vom Leben erfüllen lassen kannst,

ohne uns zur Vorsicht zu mahnen.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist.

Ich will wissen, ob du jemanden enttäuschen kannst, um dir selber treu zu sein.

Ich will wissen, ob du Schönheit sehen kannst,

auch wenn es nicht jeden Tag schön ist,

und ob du dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.

Es interessiert mich nicht, wo du lebst.

Ich will wissen, ob du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung und tust, was getan werden muss.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du gelernt hast.

Ich will wissen, was dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.

Oriah Mountain Dreamer

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